[Blog]"Es gibt zu viele Wichtigtuer, die nichts Wichtiges tun", so Dürrenmatt über #Wulff
Oder auch: Dürrenmatt lesen ist tröstlich.
Ich sag Euch mal was: Mir ist es schnurz, was für Freunde unser Grüßaugust hat und dass er einen Kredit zu Konditionen bekommen hat, die jeder Häuslebauer gerne hätte.Das regt mich nicht auf.
Auch Entschuldigungen wie "nicht gradlinig" für nicht ganz die Wahrheit sagen, also Lügen - mit Verlaub,
Das regt mich nicht auf.
Es ist Realsatire.Das aber mal wieder hinter den Predigten einer moralinsauren Unschuld vom Lande, nix dahinter ist,
das regt mich auf.
Über Rau sagte Wulff damals anlässlich der Flugaffäre "Wir brauchen einen unbefangenen Bundespräsidenten" und forderte die SPD auf ""Johannes Rau zurückziehen" (Focus).
Als der ehemalige niedersächsischen Ministerpräsident Gerhard Glogowski wg. der sogenannten "Aida-Affäre" strauchelte, dabei ging es um die Bezahlung eines Besuchs von Glogowski bei einer Opernaufführung in Kairo, empörte sich Wulff damals und erklärte Vorteilsannahme sei "mit dem Amt des Ministerpräsidenten nicht vereinbar". Als Glogowski zurücktrat, reichte Wulff das nicht und forderte einen Untersuchungsausschuss, da "der Schein von Abhängigkeiten ein Problem für die Würde des Amtes" sei (Hannoverscher Allgemeinen Zeitung).Mir sind solche Moralapostel (über alle Parteigrenzen hinweg), deren Worte in keinster Weise ihren Handlungen entsprechen suspekt.
Höflich ausgedrückt.Über die Käuflichkeit der Moral und die Außerkraftsetzung moralischer Normen in Krisensituationen, hat Dürrenmatt ganz wunderbare Bücher wie die "Die Physiker" und "Der Besuch der alten Dame" geschrieben.
Lest sie unterm Tannenbaum.
Sie sind tröstlich.Mit Dürrenmatts Ermutigung "Man darf nie aufhören, sich die Welt vorzustellen, wie sie am vernünftigsten wäre",
wünsche ich Euch besinnliche Tage




